Retro-„Interview“: Wizball

Update: Jetzt auch als Audio-/Podcast-Version!!
www.youtube.com/watch?v=feH_7O7TGpE

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Der folgende Text erschien erstmals in der 2024er-Ausgabe der Zeitschrift ASM (Aktueller Software-Markt):

Die letzte Europameisterschaft ist noch nicht so lange her und da ist es doch mehr als passend, einmal ein Interview mit einem Stargast zu führen, der bis jetzt noch viel zu wenig ins Rampenlicht gestellt wurde, obwohl er das mehr als verdient hätte. Aber Moment – ein Interview mit einem WM-Fußball im „Aktuellen Software-Markt“? Wie passt das zusammen? Nicht so richtig, und deswegen führen wir natürlich kein Interview mit einem gewöhnlichen Ball, sondern mit dem einzigartigen WIZBALL! Die ASM 9/87 verlieh dem C-64-Spiel von Sensible Software einen ASM-Hitstern (noch mit Donald Bug im Logo) und Eva Hoogh nannte „Wizball“ in der ASM 10/90 „eines der originellsten Spiele überhaupt“. Mit anderen Worten: ein Star! In diesem Sinne herzlich willkommen, lieber Wizball, und danke für diese außergewöhnliche Gesprächsgelegenheit!

Wizball: Also man BOING müsste viel BOING leicht erst BOING mal das BOING Anti-Grav BOING Extra freiBOING schalten da BOING mit ich nicht BOING ständig un BOING kontrolliert in BOING der Ge BOING gend rum BOING hüpfen muss…

ASM: In der Tat dürfte es schwer sein, auf diese Weise ein sinnvolles Interview zu führen. Augenblick… Wie ging das noch? Eins, zwei, drei von diesen komischen rotierenden grünen Extras aufsammeln, Joystick rütteln… da muss man erst mal drauf kommen! Ein Glück, dass ich die Originalversion gekauft & die Anleitung gelesen habe. Nicht auszudenken, was die Leute von diesem Spiel halten würden, wenn sie nicht wüssten, wie man die Extras aktiviert…

Wizball: Es geht jetzt schon BOING viel besser, aber wir BOING brauchen davon noch eines BOING fürchte ich…

ASM: Vielleicht ist es am besten, wenn ich dann erst einmal mit Ihnen in Ihre Hexenküche fliege, damit Sie Ihren Arbeitsanzug ablegen können…

Wizball: Hexenküche? Das ist doch ein komplett anderes Spiel.

ASM: Ich erinnere mich aber an den hüpfenden Kürbis, der Teil II seinen Untertitel gegeben hat. Und das Spiel ist tatsächlich ein Jahr früher erschienen als „Wizball“… Hmm!

Wizball: Dazu kann ich nichts sagen… Aber Augenblick, ich steige jetzt tatsächlich erst einmal hier raus (tut es). Puh. Viel besser. Und Gott sei Dank gibt’s Reisetabletten. Da kann einem schon übel werden…

ASM: Ach, dafür steht der große Kessel hier…?

Wizball: Nicht lustig.

ASM: Sie haben natürlich recht, Herr „Im Wizball steckender Zauberer“, ähm – haben Sieigentlich auch einen Namen?

Wizball: Manche nennen mich Wiz. Das sind dann wahrscheinlich die, die das Original gekauft haben und die Schachtel und Anleitung besitzen. Wohl die Wenigsten, wenn ich das richtig sehe. Aber einige nennen mich auch Schrödinger. Raten Sie mal, warum.

ASM: Es gab in der Tat einige Beschwerden wegen Tierquälerei. Nifta, die Katze aus dem Catelite – schönes Wortspiel immer noch! – jammert ja erbärmlich, kurz bevor sie ein Leben verliert.

Wiz: Wegen des Gejammers müssen Sie sich an diesen Galway wenden, der hat das programmiert. Genauso wie das Zaubertrank-Geblubbere aus der Highscore-Musik. Und dieses himmlische Game-Over-Gitarrensolo (seufzt)… Keine Sorge wegen Nifta – Sie wissen sicherlich, dass sie als Katze mehr als die üblichen drei Leben hat.

Nifta: Miao! (schält sich aus ihrem Kugel-Anzug und verschwindet in Richtung Fressnapf)

ASM: Das ist erleichternd. Es geht ihr ganz offensichtlich prima. Und im Sequel erfahren wir, dass nicht nur Ihre Katze, sondern auch Sie offenbar Nachwuchs bekommen haben, in dem Fall Ihren Sohn Wizkid, nach dem das Nachfolgespiel benannt ist…

Wiz: Psst, das ist alles inoffiziell. Frau Wiz darf das nicht erfahren.

ASM: Solange sie nicht die ASM liest, wird sie es nicht… Jedenfalls ist bei dem Game-Design die Phantasie mit den Spieleschöpfern ganz schön durchgegangen. Und es wurde auch munter geklaut – die recycleten Brunnengrafiken und Mount Rushmore aus dem ersten Spiel mal nicht mitgerechnet, sieht das in seiner psychedelischen Art eher nach Jeff Minter ohne Lamas aus. Das Spiel ist eine Art Kreuzworträtsel-Tetris-Breakout-Asteroids-Crossover, und sogar Pacman taucht bei letzterem auf.

Wiz: Mount Rushmore muss man definitiv mitrechnen – der war ja komplett aus den USA geklaut und in unsere Welt integriert worden. Immerhin haben wir eine gute Rechtsschutzversicherung für sowas. Viel mehr Ärger haben wir mit den Umweltschützern. Unser Wizkid hat Noten statt umherfliegender Farbtropfen aufgesammelt und der latenten Farbverschmutzung aus Teil 1 noch akustische Verschmutzung hinzugefügt. Den Zustand seines Teenager-Zimmers können Sie sich vorstellen. Und immer wenn er aufräumen soll, schmeißt er das Zeug einfach in den Brunnen und es landet im nächsten Level. Auch nicht gerade umweltfreundlich.

ASM: Bleiben wir bei dem Spiel: Ich möchte fast behaupten, dass „Wizkid“ das Prinzip von Spielen mit inhaltlich kaum zusammenhängenden Minigames und -Challenges perfektioniert hat. Vom Toilettenhumor fangen wir am besten gar nicht an… Rutsch zur Seite, Lazy Jones. Alles ziemlich schräg. 

Wiz: Auch nicht viel schräger, als ein Zauberer, der sich und seine Katze in grüne Kugeln stopft, um Farbtropfen aufzusammeln und Aliens abzuschießen, mit deren Hilfe der böse Zark die Welt in Graustufen verwandelt hat. 

ASM: Da würde ich gerne noch einmal nachhaken – dieser Zark taucht nicht nur in der Hintergrundgeschichte beider Games, sondern in allen möglichen Kontexten auf, und keiner weiß, wo er herkommt. Douglas Adams hat ihn quasi in Großbritannien eingebürgert und als Schimpfwort-Version des großen Propheten Zarquon interpretiert.

Wiz: Hm – an den hatte ich gar nicht gedacht. Ich glaube, das war eher ein Wortspiel mit der Tödlichkeit von bösen Zauberern, ähnlich wie später bei Harry Potters Voldemort. Ein „Sarko-Phagus“ ist übersetzt ein „Totes-Fleisch-Fresser“…

ASM: Ach ja, richtig – wenn man von britischen Zauberern spricht, kommt man um Potter & Co. nicht herum. 

Wiz: Auch das ist alles nur geklaut…

ASM: E-o, e-o!

Wiz: Wie meinen…?

ASM: Pardon, ich war gerade geistig im falschen Paralleluniversum. Aber apropos Paralleluniversum: Da gab es bei unseren Kollegen mit den „Starkiller“-Comics ja noch den „Witzball“…

Witzball 2024 von Rolf Boyke

Wiz: Sowas trage ich mit Fassung – eine Parodie ist immer auch eine Art Verneigung vor dem Original.

ASM: Und haben Sie eigentlich offiziell beim „Grand Monster Slam“ mitgespielt? Die Ähnlichkeit der als Bälle genutzten „Beloms“ mit einem Wizball ist zumindest auf dem Titelbild frappierend.

Wiz: Nein, da hat wohl lediglich jemand einen ähnlichen Zauber benutzt, um sich in diese Ballform zu zwängen. Mein Anwalt lässt mich nicht drüber reden, solange das Copyright-Klageverfahren nicht abgeschlossen ist.

ASM: Dann sollten wir unser Glück nicht überstrapazieren. Vielen Dank für das Interview!

Wiz: Sehr gerne.

Witzball: Fiep!!

ASM: Ja, und natürlich auch ein besonderes Dankeschön an Rolf Boyke für das exklusive Witzball-Porträt!

Wir sind nicht zurück, sondern immer noch hier…

Ein Blick aufs Beitragsdatum der weiter unten stehenden Blogeinträge verrät es: Hier ist tatsächlich nicht mehr allzu oft „was los“. Das liegt zum Einen daran, dass ich generell meine Hobby-Aktivitäten in andere Richtungen verlagert habe (obwohl ZidZ weiter mein ganz spezielles Spezialgebiet bleibt), zum Anderen ist der Grund auch der, dass zum bloßen „Instant-Teilen“ von Neuigkeiten zum Thema andere Formate (Facebook und das den Instant-Gedanken schon im Namen tragende Instagram) einfach sooo viel bequemer sind, selbst wenn man noch einen kleinen Kommentar zum jeweiligen Thema loswerden möchte. Umso mehr freut es mich, dass HillValley.de zumindest noch ab und zu als Quelle für ZidZ-Infos wahrgenommen wird, wie es gerade im Zusammenhang mit einem gut informierten Podcast (Stargast: Andreas von zidz.com) der altehrwürdigen golem.de geschehen ist – danke dafür & einen Gruß an alle, die über diesen Link hierher gefunden haben! Zur Erinnerung: Angefangen hat das alles mit einer noch (auf dem Commodore Amiga!) handgecodeten Website, die hier zumindest in weiten Teilen noch als Archivversion verfügbar ist – habe sie reaktiviert, nachdem sogar Knossi himself als ehemaliger „Stammgast“ sich vor einiger Zeit nach dem Verbleib erkundigt hat…

Return to the Future

Am 29. November 2019 um 10:07 Uhr (gerade nochmal im Chatverlauf nachgesehen) habe ich bei meinem zuständigen „Return“-Redakteur Daniel Zant zum ersten Mal vorsichtig angefragt, ob man sich ein ZidZ-Special um das 35. Jubiläum des 1. Teils herum vorstellen könne. Man konnte – und nicht nur das: Es kristallisierte sich heraus (nicht zuletzt dank beständiger Nachfragen meinerseits), dass die Geschichte sogar zum Titelthema taugen würde. Seit heute nun ist Ausgabe 44 eines der führenden deutschen Retro-Gaming-Magazine (für das ich schon länger schreibe) bestellbar, und was soll ich sagen: Ein Traum wird wahr – nicht zuletzt dank der Design-Fähigkeiten von Markus „LMan“ Klein, der das Titelbild gemacht hat, und „meinem“ Layouter Thorsten Kraemer! Aber seht selbst… Hier klicken, um zur Bestellseite zu gelangen (oder noch besser: auf mykiosk.com nach einem örtlichen Zeitschriftenhandel suchen, der das Teil vorrätig hat)!
In dem 8-seitigen Artikel blicke nicht nur ich auf die vielfältigen Game-Inkarnationen von „Zurück in die Zukunft“, sondern habe auch Claudia „Jennifer“ Wells dafür gewinnen können, noch ein wenig ausführlicher über ihre Synchro-Arbeit an „BTTF – The Game“ zu sprechen, als wir dies in meinem 2015er-Interview getan haben.

Natürlich wird der Artikel auch in „Return TV“ ausführlich vorgestellt:


Eine Leseprobe gibt es hier (bzw. hier als Direktlink zum PDF).

Hier sammle ich Links zu Rezensionen und Diskussionen:
blog.c128.net
Kultboy.de
Forum 64
Powerkonsolen.de
Amiga-News.de

Ein kleines „Retro-Bonbon“ für die Fans habe ich auch nochmal hier verlinkt, nämlich meinen ersten ZidZ-Artikel für ein (anderes) Retro-Gaming-Magazin: Ein (fiktives) Interview mit der Computerspielversion von Marty McFly!
Außerdem habe ich hier vor Jahren schon einmal den Holtschulte-Cartoon (KLICK!) veröffentlichen dürfen, der jetzt auch auf der letzten (Impressums-) Seite zu sehen ist…


Hier noch die zwei Werbevideos für die aktuelle Ausgabe (auf YouTube):




Ich werde diesen Artikel im Laufe der Zeit immer wieder um zusätzliche Infos erweitern, also schaut ruhig demnächst wieder vorbei!

AKTUALISIERT: C=64-Remixes – mal andersrum

Schon lange hatte ich geplant, eine Radioshow aus diesen Stücken zu machen, und jetzt hat’s geklappt: Eine Streaming-Version von „SID Goes to the Movies“, einer Spezialepisode meiner Star Tracks, findet ihr bei MixCloud.com in voller Länge.
Außerdem neu auf der Liste: Chris Hülsbecks Alan-Silvestri(!!!)-Cover aus Katakis Level 5 sowie die Vince DiColas Transformers bei Turrican.

Unter remix.kwed.org (in CD-Form auch auf www.c64audio.com) findet man eine Vielzahl an modernen Remixes alter Commodore-64-Melodien. Weniger bekannt ist die Tatsache, dass einige der beliebtesten Tunes selbst Remakes und Remixes waren. Abgesehen von den offensichtlichen Kandidaten – nämlich Filmmusik, die in das dreistimmige SID-Chip-Format umgewandelt wurde, wenn ein Spiel zum Film erschien – existieren einige Commodore-Fassungen auch von anderen, teilweise sehr obskuren Stücken, die meist ganz und gar nichts mit dem jeweiligen Spielthema zu tun haben, sondern den Komponisten einfach nur gut gefallen haben und umsetzbar erschienen. Hier eine Liste einiger Stücke zum Vergleich (anklicken zum Anhören von Hörproben/-sehen von Videos, größtenteils bei YouTube und Dailymotion):

30 Jahre? Hübsche runde Zahl…

Auch HillValley.de gratuliert Alf zum 30-jährigen TV-Jubiläum in Deutschland (demnächst hier wieder zu sehen!), und zwar mit meinem & Dr. Jörn Kriegers Interview für die altehrwürdige YPS:

Alf, Muppets & Co.: Von außerirdischen und anderen manchmal pelzigen Lebensformen im deutschen Fernsehen

„No problemo“ hätte eigentlich Alfs bekannter Spruch werden sollen, aber das gefiel Josef Göhlen nicht. „Die italienische Welle war vorbei“, erinnert sich der damalige Leiter des ZDF-Kinder- und Jugendprogramms an die langen Diskussionen über die Wortwahl in der deutschen Synchronisation der US-Serie. Man einigte sich dann auf „Null problemo“ anstelle des im Original zugegebenermaßen langweiliger klingenden „No problem“. Alfs lässiger Spruch gehörte schnell zur Alltagssprache einer ganzen Generation in den späten 80er und frühen 90er Jahren und ließ den außerirdischen Serienhelden zur Kultfigur werden. Auch der Terminator mit seinem „Hasta la vista, baby“ kam 1991 nicht mehr dagegen an. Am 5. Januar 1988 zeigte das ZDF die erste „Alf“-Folge. Anlässlich des 30-jährigen Bildschirmjubiläums sprach das YPS-Magazin mit Göhlen darüber, wie er „Alf“ entdeckte, weitere US-Serien wie die „Simpsons“ und die „Muppet Show“ ins deutsche Fernsehen holte und zu welch kuriosen Situationen es beim Einsprechen der deutschen Stimmen von „Heidi“ kam.

Doch wie hat man sich das eigentlich vorzustellen, wenn damals Serien ins Fernsehen gebracht wurden? Heutzutage kann man ja einfach „on demand“ jede beliebige Serie schauen, wenn man das richtige Abo hat, aber damals mit den standardmäßig drei öffentlich-rechtlichen Fernsehprogrammen musste man sich im schlimmsten Fall der Willkür der Programmdirektoren schonungslos ausgesetzt fühlen… oder?
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Es weihnachtet 64’er

Schon auf dem C=64 gab es Weihnachts-Demos und SID-Künstler haben mit den 3 Stimmen des „Sound Interface Device“ ihre ganz eigenen Fassungen klassischer Weihnachtsmusik kreiert – hach, die gute alte Zeit! Hier gibt’s einige solcher ganz spezieller „Remixes“ für 8bit-Nostalgiker zum Download als MP3 (damit man nicht erst den Emulator anschmeißen muss).

Retro Gaming Interview: Dschungel Boy vs. Pitfall Harry

Wie einige Leser vielleicht wissen, schreibe ich semi-regelmäßig kleine und größere Texte für Retro-Magazine wie die „Retro“ selbst, aber auch die „Return“ oder „Good Times kult!“ und – demnächst erhältlich – sogar das altehrwürdige „Yps“. Heute darf ich euch an dieser Stelle ein fiktives Interview zwischen den Protagonisten von Original und Fälschung eines bekannten Activision-Spiels präsentieren… viel Spaß beim Lesen!

Den einen kennt kaum (noch) jemand, den anderen dagegen mindestens die halbe (Atari-)Welt. Dabei sind sie im Prinzip Klone, auch wenn sich eher die Landschaft, durch die sie sich bewegen, ähnlich sieht, als die Sprites es tun…

Retro: Herzlich willkommen und vielen Dank für diese wirklich historische Begegnung. Gerade unser deutschsprachiges Publikum dürfte sich an diverse Spielmodule erinnern, die damals über den Quelle-Versand vertrieben wurden und einem beim Studium von Spiele-Testheften und -büchern irgendwie ein Déjà-vu bescherten… Könnt ihr euch kurz vorstellen?

Tom Boy: Mein Name ist Tom Boy, auch bekannt als Dschungel-Boy, und ich bin so eine Art Junior-Tarzan aus dem Atari-Dschungel.

Pitfall Harry: Mein Name ist Harry und… hey, was soll das, willst du etwa behaupten, irgend ein Computerspieler hat noch NICHT von mir und meinen fabelhaften Abenteuern gehört? Weiterlesen

Wer anderen einen Graben grub…

…kannte womöglich Dig Dug, zumindest so kann man die Worte nämlich übersetzen. Es ist mal wieder Zeit für einen Beitrag aus der Retro-Sektion; diesmal mein „leicht fiktives“ Interview mit einem weiteren Star der Videospielszene der 80er. Viel Spaß!


Kennen Sie Taizo Hori? Nein? Dann wird es Zeit, dass wir ihn hier einmal
interviewen, denn schließlich hat er in einem der bekanntesten Videospiele überhaupt die Hauptrolle gespielt: Er ist es, der in „Dig Dug“ seinen Garten über- und vor allem unterirdisch vor absonderlichen Monstern bewahrt – mit nichts als einer Luftpumpe!

Jetzt mal ganz ernsthaft, Hori-San, wie sind Sie zu dieser seltsamen Bewaffnung gekommen?

Nenn‘ mich ruhig Taizo. Was ist an meiner Luftpumpe seltsam? Du kennst doch das Sprichwort, dass für jemandem mit einem Hammer alles aussieht wie ein Nagel? In meinem Fall war es so offensichtlich, als ich meinen ersten Pooka sah: Das Vieh sieht aus wie ein Ballon, und was macht man mit einem Ballon…? Na, siehst du.

Äh, die Logik funktioniert aber nicht mit einem Fygar – das ist doch eine Art feuerspeiender grüner Drache?

„Wer eine Luftpumpe hat, für den sieht alles wie ein Ballon aus.“ – Es gibt sogar Ballons in Form von grünen Drachen, die müsstest du schon gesehen haben.

Na gut, lassen wir das. Dennoch wäre es interessant zu erfahren, was genau eigentlich deine Jobbeschreibung ist…

Die Sache mit den Monstern hat sich so ergeben, die hat wie üblich keiner eingeladen. An sich bin ich Bohrarbeiter, im Fachjargon Mineur genannt. Es ist dir vielleicht aufgefallen, dass ich, wenn ich nicht gerade die Luftpumpe benutze, diesen Bohrer vor mir hertrage, den manche für eine Schaufel halten.

Ein interessanter technischer Aspekt: Wohin verschwindet bei deinem Tunnelgraben eigentlich der ganze Aushub?

Ich esse ihn jedenfalls nicht auf, falls du das geglaubt haben solltest. Bin schließlich kein Zwerg aus dem Artemis-Fowl-Universum. Oder dieser Allesfresser Pac-Man. Der hat ja auch so ein Schädlingsproblem. Ich sollte ihm meine Unterstützung anbieten: Wie du weißt, habe ich herausgefunden, dass man auch Geister aufpumpen und platzen lassen kann…

Da muss man gleich noch eine andere Gemeinsamkeit ansprechen: Bonusfrüchte! Ich habe mich gefragt, wie zum Beispiel die Ananas in den unterirdischen Gang kommt – wachsen wird sie da ja wohl nicht. Und dann taucht sowohl bei Pac-Man als auch in deinem Spiel auch noch das Flaggschiff aus „Galaxian“ als Bonusgegenstand auf…

Als nächstes fragst du mich wahrscheinlich, wie ich es schaffe, die Felsen, unter denen ich durchgrabe, solange oben zu halten, bis ich sie auf ein Monster fallen lassen kann! Dir ist schon klar, dass wir von einem Videospiel aus der 8-Bit-Ära reden, ja? Wenn du nach dreidimensionalem Realismus suchst, fahr mit dem virtuellen Traktor einer Bauernhof-Simulation acht Stunden in Echtzeit auf deinen Feldern hin und her und pflüge, aber erwarte nicht, dass es Spaß macht. Darum geht es doch: Freude am Beruf zu haben! Ich mach‘ das jetzt seit über 30 Jahren, mit keiner Pensionierung in Sicht.

Immerhin einen Inselurlaub hat man dir gegönnt.

URLAUB? Nein, das war eine Dienstreise. Du solltest unbedingt die Spielbeschreibung von Dig Dug II nochmals genauer durchlesen.

Mach‘ ich. In der Zwischenzeit: Danke für das Interview!

Kochira koso.

Diesmal mit „Yoda Guy“-Interview: Star Tracks geht „Zurück in die Zukunft“

…und das immer wieder! Kein Wunder, bei dem Moderator…
Unter dem o.g. Titel habe ich seit Oktober 2012 eine semi-regelmäßige Radioshow (ca. 2-Monats-Rhythmus, Mittwochs um 20-22 Uhr, meist feiertagsnah) beim Internetsender „Radio Bavaria International“. Ich spiele Filmsongs, von denen einige selten, die meisten sogar überhaupt nie im Radio laufen (Paradebeispiel dafür: der restliche „Ghostbusters“-Soundtrack, der – obschon durchweg Sahne – von Ray Parker Juniors Titellied nicht nur metaphorisch übertönt wird. Vom Skandal um die angeblich von Huey „Power of Love“ Lewis geklaute Grundidee – man höre sich „I Want A New Drug“ an – sollte ich erst gar nicht anfangen…). Fast jedes Mal gibt es auch eine Verbindung zu „Zurück in die Zukunft“, z.B. auch Lieder gesungen von Crispin „George McFly“ Glover oder Tom „Biff“ Wilson. Außerdem fast immer dabei: Cover und Parodien bekannter Songs sowie die 8bit-Ecke u.a. mit SID-Remakes aus den Spielen zum Film. Die mittlerweile 12. Show (international und daher auf Englisch moderiert) läuft am 30. April (Mittwoch) von 20:00-22:00 Uhr – diesmal mit einem ganz speziellen Interviewgast, nämlich Nick „Yoda Guy“ Maley, der hier in Nürnberg ein Filmmuseum aufbauen möchte!NICKnYODAatCVIaweb
Links zu den verschiedenen Stream-Möglichkeiten findet ihr unter www.radio-bavaria-international.de! Außerdem findet ihr den Sender bei iTunes Radio im Verzeichnis „’80s Flashback“. Wer sich ein Lied wünschen will, schreibt mir eine Mail oder einen Kommentar auf die Facebook-Seite, wo es auch Infos zu den jeweils aktuellen und zukünftigen Shows gibt, oder ruft 0911/66444349 an (Anrufbeantworter-Wunschbox). Nach der Erstausstrahlung findet ihr die letzten 3 Ausgaben im Archiv unter www.radiobavariainternational.de/playlists.html. Viel Spaß!!!

Der Mann, der Captain Future in unsere Gegenwart holte

…und dem wir Alf, die Simpsons und eigentlich die meisten der prägenden Vorabend- und Weihnachtsserien besonders der 80er Jahre zu verdanken haben, Schöpfer von Bill Bo, Erfinder von Willi („Maja, wo biiist duuu?“) und Flip („Hüü-hüpf!“) sowie Wickies Nasenreiben…

JETZT NEU: Endlich ist ein längeres Interview, das Dr. Jörn Krieger und ich noch im letzten Jahr geführt haben, „offiziell“ erschienen, und zwar in der aktuellen Printausgabe der „Good Times kult!“ (S. 88 – kann das eine unbewusste Anspielung auf BTTF sein?). Für die Zeitschrift musste das Ganze noch zusammengekürzt werden; die Langfassung gibt es aber immerhin online: Hier klicken (externer Link)

Ob seines Lebenslaufs bleibt jeder Versuch, Josef Göhlen mit einem derartigen Titel zu versehen, ein unvollständiger solcher. Auch wenn ihn viele nicht namentlich kennen, steckt doch wahnsinnig viel von seinem Geist im damaligen Programm des ZDF und damit auch in den Kindern meiner Generation (so sie denn fernsehen durften 😉 ). Ich freue mich daher besonders, dass er sich für ein kleines Interview begeistern ließ; es ist dies ein erster „Versuchsballon“ – Herr Göhlen hat schon angedeutet, dass er gerne noch mehr Erzählungen mit uns teilen könnte… Mit anderen Worten, wenn auch ihr, die Leser, Fragen habt, schreibt sie in die Kommentare oder per Mail an mich. Aber für den Moment erfreut euch an den interessanten Einsichten, die dieser besondere Interviewpartner uns schon jetzt gönnt: Hier klicken für das Interview!

Die Süddeutsche Zeitung würdigte im „Panorama“ ihrer Wochenendausgabe vom 8./9.9.2012 übrigens das Lebenswerk Göhlens unter dem sinnigen (auf die Biene Maja bezogenen) Titel „Cogito Ergo Summ Summ“ – leider offenbar nur kostenpflichtig herunterladbar…