Gamescom-Nachlese I: Happy!

Was ich vermisse: Die fieberhafte Erwartung des Erscheinungstermins meiner Lieblings-Computerzeitschrift (zur 64’er bin ich erst gekommen, als es die Happy nicht mehr gab), die ich immer in der Bahnhofsbuchhandlung gekauft habe, weil man sie da eher bekommen konnte als anderswo – manchmal bin ich allerdings auch vergeblich abends dorthin geradelt… Die emotionale Bindung hat danach keine Zeitschrift mehr erreicht! Lieblingserinnerung, die ich bei derartigen Gelegenheiten gerne hervorkrame: Hartmut Woerrlein am Redaktions-Telefon, der mir erklärt hat, dass man das C-64-Listing „Astro-Panic“ mit SYS 49152 starten musste (eine unvergessliche Zahl seither – viele kleine Programme nutzten ja den Speicher bei $C000).

Zurück zur Überschrift: In der Retro-Ecke der Gamecom, in der ich mich sehr wohl gefühlt habe (im Gegensatz zu manch einer der lauten, einem ins Gesicht springenden „Präsentationen“), bin ich also in einer Vitrine auf diesen Schatz gestoßen: Die Zeitschrift „Happy-Computer“ sollte nämlich ursprünglich „Hobby-Computer“ heißen, was aber wegen Gefahr der fälschlichen Zuordnung zum „Hobby“-Magazin kurzfristig wieder geändert wurde…

Austauschschüler auf Zeitreise

Wie bereits im letzten Jahr bietet into Schüleraustausch, Anbieter von Auslandsaufenthalten, den (mittlerweile zweiten) „into’s Top-Botschafter“-Wettbewerb an. Bis zum 30.09. sollen die Teilnehmer kreative, selbsterstellte Videos ins Netz stellen. Das diesjährige Motto ist „Zeitreise“: die Teilnehmer sollen sich vorstellen, wie ein Schüleraustausch in einem anderen Land – jedoch zu einer anderen Zeit – ausgesehen haben könnte.
Über die Gewinner kann dann bis zum 31.Oktober auf der Onlineplattform www.into-topbotschafter.de abgestimmt werden. Danach erhalten die drei Teilnehmer mit den meisten Stimmen jeweils ein Vollstipendium für das Land ihrer Wahl. Zur Auswahl stehen neben den USA auch Argentinien, Brasilien, England, Spanien, Italien, Schottland oder Südafrika
„Damit viele neue Ideen kommen, haben wir uns dieses Jahr bewusst für ein Motto entschieden. Der Name „Topbotschafter“ bleibt aber, denn es ist ja die Grundidee, dass wir Jugendliche suchen, die Deutschland im Ausland am besten repräsentieren. Hierbei ist Motivation und Engagement ausschlaggebend und nicht der Notenschnitt“, so Antonia Fisher, Betreuerin des Wettbewerbs.
Weitere Informationen: www.into-topbotschafter.de und www.into-schueleraustausch.de

(gekürzte Pressemeldung)

Marty & Doc: The Prequel

…nach einer Erzählung von Bob Gale:

„Marty wurde jahrelang erzählt, Doc Brown sei gefährlich, ein verrückter Wissenschaftler, ein Irrer. Also hat er als  typisch amerikanischer Heißsporn im Teenager-Alter von 13 oder 14 Jahren einfach beschlossen, herauszufinden, warum der Kerl eigentlich so gefährlich sein sollte. Marty hat sich in Docs Labor geschlichen und war fasziniert von den ganzen coolen Gerätschaften, die dort zu finden waren. Als Doc ihn erwischte, hat er sich sehr gefreut, dass ihn Marty cool fand und so akzeptierte, wie er war. Beide waren ja die schwarzen Schafe in ihrem jeweiligen Umfeld. Doc gab Marty einen Teilzeitjob als Assistent bei seinen Experimenten, Laborhelfer und Hundesitter. Und das ist der Ursprung ihrer Freundschaft.“

P.S. Ich weiß, ich bin spät dran mit dieser Meldung, die auf anderen Blogs schon die Runde macht, aber ich war ein wenig skeptisch gegenüber dem Blogkommentar, aus dem diese Info stammt – schließlich kann ja im Internet jeder behaupten, er sei Bob Gale. Inzwischen gibt es aber zumindest ein die Glaubwürdigkeit des Ganzen unterstützendes Foto – Skeptiker mögen natürlich immer noch behaupten, es sei geshoppt…

Jeder Tag endet mit dem Tod

Um eines gleich vorwegzuschicken: So eine Geschichte ist schon oft erzählt worden – als Kurzgeschichte, als Komödie, als High-Tech-Krimi… und doch: So sehr hineingezogen hat mich lange keine mehr – vermutlich auch deswegen, weil die Form des 90-Minuten-Films, der Kurzgeschichte oder der TV-Miniserie das einfach nicht zulassen und nur ein ordentlicher, altmodischer Roman das kann. Und wenn er dafür schon im Taschenbuchformat über 400 Seiten braucht, die man trotz einer berufsbedingt ankonditionierten Abneigung gegen allzu „dicke Wälzer“ nicht mehr aus der Hand legen kann, dann ist das ein verdammt gelungener Roman. Ich rede von „Jeder Tag endet mit dem Tod“ von Michael Schröder, einer Entdeckung der „Community“ des EPIDU-Verlags, den ich mir zunächst mit dem Stempel „‚…und täglich grüßt das Murmeltier‘ als Krimi“ im Kopf und daher „nur“ einer durch mein Blog-Fachgebiet begründeten Neugier habe schicken lassen, der es aber rückblickend ganz eindeutig verdient hat, sich ein eigenes und umfassenderes Bild zu machen. Regelmäßige Leser wissen natürlich, dass ich die Art von Geschichte (Zeitreisen / Zeitschleifen) sehr gerne mag, weswegen ich immer wieder aufs Neue gespannt bin, wie sich andere, neue Figuren in der mir sehr vertrauten Situation verhalten werden, in die ich mich auch schon öfters selbst hineingedacht habe. Mithin bin ich nicht vorurteilsfrei und Teile dieser „Vorurteile“ sind durchaus von gewissem Wohlwollen geprägt; man möge diese Rezension also keineswegs als den Versuch ansehen, ein gänzlich objektives Urteil abzugeben – was aber wohl auch nicht notwendigerweise die Absicht einer solchen ist… Aber Moment: Zeitsprung an den Anfang.
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Lieblingsliteratur, Teil X

Neulich habe ich eine meiner Lieblings-Kurzgeschichten zum Thema Zeitreisen wiederentdeckt, die jahrelang nur als Fragment in meinem Kopf herumspukte. Das Prinzip ist ebenso einfach und offensichtlich wie – auch wenn das Wortspiel nicht bis in die letzte Konsequenz durchgezogen wird (SPOILER – ZUM LESEN MIT DER MAUS MARKIEREN: da müsste man ja auch die Wörter rückwärts schreiben) – irgendwie doch genial. Klickt hier, um das englische Original „The End“ von Fredric Brown zu lesen (eine deutsche Fassung erschien u.a. – ausgerechnet! – in der „Zeit“) – und euch zu fragen, ob der gute Mann vielleicht irgendwie mit Doc Brown verwandt ist 😎