Buchempfehlung: Replay – Das zweite Spiel

ReplayGerade frage ich mich, warum ich an dieser Stelle nicht schon längst einmal etwas über mein absolutes Lieblingsbuch auf dem Zeitreisesektor geschrieben habe. Nun ja, eine Neuheit ist es nicht, andererseits ist so eine Buchempfehlung ohnehin im wahrsten Sinne des Wortes „zeitlos“. Den Titel „Replay“ – vielleicht bekannt durch das „R“-Zeichen bei (Zeitlupen-)Wiederholungen von Höhepunkten sportlicher Ereignisse im Fernsehen – nehme ich dabei so wörtlich, dass ich auch das Buch immer wieder mal lese – abwechselnd auf Deutsch und Englisch :mrgreen:

Was die Geschichte für mich besonders reizvoll macht: Sie verknüpft im Prinzip die Idee paralleler bzw. alternativer Universen mit Zeitreisen, indem sie den Protagonisten in kleiner werdenden Zeitschleifen einen Teil seines Lebens wieder und wieder neu durchmachen und verändern lässt. Jeff Winston nutzt das zunächst- wie naheliegend – zum Geldscheffeln aus und investiert nach Pferdewetten in moderne Technologien, besinnt sich dann aber auf immaterielle Werte. Auf dem Weg ein Stück begleitet wird er von Pamela Phillips – ebenfalls eine „Wiederholerin“ – auf die er bei einem „Neudurchlauf“ seines Lebens aufmerksam wird, weil sie mit den noch unbekannten Filmgenies Lucas und Spielberg einen Film produziert, den es in „seiner“ Fassung der Welt bis jetzt nicht gegeben hat. Der Versuch, mit „offizieller“ Hilfe etwas über die Gründe der Zeitschleife herauszufinden, endet allerdings in einem Desaster und wird nicht wiederholt. Auch der ebenso naheliegende Gedanke, Weltverbesserung à la Sam Beckett zu betreiben und z.B. die Ermordung Kennedys verhindern zu wollen, wird aufgegriffen (wäre das Buch nach 9-11 geschrieben, hätte Jeff vielleicht die Anschläge an jenem Tag zu verhindern versucht). Doch schließlich findet Jeff heraus, dass es um so etwas gar nicht geht…

Der Autor Ken Grimwood, der mit dem Buch ganz offensichtlichen Einfluss auf Filme wie „Und täglich grüßt das Murmeltier“ hatte und seinerseits wohl wiederum durch die Kurzgeschichte zum Film „12:01“ beeinflusst wurde, ist leider im Jahre 2003 verstorben, was umso bedauerlicher ist, als er gerade an einer Fortsetzung dieses fantastischen Romans arbeitete.

Flucht in die Zukunft ???

Die drei Fragezeichen in der Überschrift sind nicht zufällig dort gelandet: Auch wenn die vom Kosmos-Verlag gestartete Buchserie „Drei Fragezeichen Kids“ von einigen Fans abgelehnt und generell als „Non-Canon“ empfunden wird, hat dieser Titel meine Neugier geweckt: Dort stoßen die jüngeren Ichs von Justus (der dort tatsächlich noch so heißen darf), Peter und Bob nämlich auf die rätselhafte Zeitmaschine eines Erfinders namens John Smith (eine sehr bekannte Gestalt in der englischsprachigen Literatur und Geschichte, wie man nicht gänzlich ironiefrei anmerken muss). Wie die „Kids“ ermitteln, hat er sich offenbar versehentlich ins Jahr 1864 katapultiert und ihre Aufgabe ist es nun, die Maschine wieder zum Laufen zu bringen, um ihn zurückzuholen. Und dann taucht Mr.Zarkow von der Geheim-Organisation „Das Dritte Auge“ auf…
Eine kleine Anspielung auf ZidZ steckt auch in dem Buch: Wie Smith in seinem Tagebuch erklärt, darf vor seinem Selbstversuch mit der Maschine erst einmal sein Hund sie testen – und der heißt zwar nicht wie Docs Hund Einstein, aber immerhin Albert! 😆

Sicherlich ist die Schreibe eher kindgerecht und die Tatsache, dass die „Dr3i“ auch mal so jung und kindlich gewesen sein müssen, zunächst gewöhnungsbedürftig. Die Bücher dieser Reihe sind auch insgesamt knapper gehalten als ihre großen Vorbilder, wohl wegen der eingeschränkten Lesekenntnisse der Zielgruppe. Das bewirkt, dass man keine allzu große inhaltliche Tiefe erwarten kann. Aber mit dem „erwachsenen“ Maß darf ich dieses Buch ohnehin nicht messen, und so bleibt auf jeden Fall eine für Zeitreise-interessierte Leser unterhaltsame Handlung (neudeutsch: „Storyline“), die auch jungen Krimifans einige Rätsel aufgibt.

Nachtrag: Habe inzwischen auch die Hörfassung – ziemlich gut gemacht, obwohl nicht vom Originalteam. Seltsam allerdings: Die Stimmen wirken ganz und gar nicht jünger als die „normalen“ Drei Fragezeichen, was sie bei den „Kids“ doch wohl definitiv sollten… 

Krabat abgedreht

Krabats MühleDamit ist jetzt der Film-Begriff gemeint, nicht etwa die Tatsache, dass der Junge irgendwie verrückt wäre (was sicherlich Gegenstand einer schulmäßigen Interpretation sein könnte, aber das ist ja hier nicht eines von meinen Lehrerblogs…)

Wieder einmal ein Buch, das eine Mehrzahl der „Kinder der 80er“ (hoffentlich natürlich auch die heutigen noch…) kennen dürfte: Otfried Preußlers gelungene Jugendbuch-Umsetzung der alten Legende von Krabat, dem Müllergesellen, der in einer „Schwarzen Schule“ gelandet ist. Der deutsche Regisseur und Drehbuchautor Marco Kreuzpaintner hat sich an eine Verfilmung von Preußlers Roman gewagt, die in den letzten Jahren immer mal wieder den Status gewechselt hat, aber inzwischen tatsächlich konkrete Gestalt angenommen hat: An Drehorten in Rumänien sowie am Originalschauplatz Schwarzkollm bei Hoyerswerda traf sich eine (meiner Meinung nach) Traumbesetzung aus bekannten Jungschauspielern wie Daniel „Good bye Lenin“ Brühl als Altgesell Tonda, David „Knallhart“ Kross als Krabat, Robert „Engel & Joe“ Stadlober als Lyschko sowie Paula „Die Wolke“ Kalenberg als die Kantorka, um die Geschichte, die so viele schon in ihrer Fantasie durchlebt haben, in neuer Form lebendig werden zu lassen.

Wie ich leider erst jetzt herausgefunden habe, gibt es zu der Entstehung des Filmes, der jetzt – wie oben erwähnt – abgedreht ist und sich in der Nachbearbeitungsphase („Post-Production“) befindet ein Blog mit Beiträgen von den verschiedensten Mitgliedern der Filmcrew – absolut lesenswert & macht Appetit auf den fertigen Film, für den ich allerdings noch keinen konkreten Erscheinungstermin herausfinden konnte.

DIE Maus auf Zeitreise

Die Maus auf ZeitreiseNachdem man schon alles mögliche Getier erst in den Weltraum und dann – zumindest in der Science Fiction, ich denke da z.B. an das Remake von „Planet der Affen“ – quer durch die Zeit geschickt hat, folgt jetzt aus deiner ganz anderen Ecke ein Lach- und Sachbuch zu letzterem Thema: Die allseits bekannte Maus aus der gleichnamigen Sendung erklärt kindgerecht (und durchaus auch für Erwachsene interess- und amüsant, wie ich finde) Fragen über die Geschichte der Menschheit wie z.B. „Hatten die Ritter Klopapier?“ oder „Was mussten Steinzeitkinder lernen?“. Illustrationen und Klappbilder bzw. -folien erhöhen dabei die Anschaulichkeit.
Das Buch ist nur eines aus einer neuen Reihe mit dem Titel „Frag doch mal … die Maus!“. Andere Bände beschäftigen sich z.B. mit Gott und den großen Religionen, dem Wald, Rittern und Burgen u.v.m.

Dies sind die Abenteuer…

BuchtitelDas Buch zum 40jährigen Jubiläum des Star Trek-Phänomens von Thomas Höhl und Mike Hillenbrand schafft es IMHO, dem Anspruch der Autoren gerecht zu werden, nicht einfach nur zusammenzufassen (und damit zu wiederholen) was an anderer Stelle schon gesagt wurde, nur eben in einer anderen Sprache (dem klingonischen, pardon, englischen Original – Star Trek alias „Raumschiff Enterprise“ ist nun einmal eine amerikanische Serie, so dass Sekundärliteratur, Interviews etc. bevorzugt zunächst in englischer Sprache erscheinen). Es ist vielmehr ein eigenständiges Werk, das Vertrautes wie nur am Rande bekanntes und sogar noch ein Quäntchen Neues zum Thema zu bieten hat und wie kaum ein anderes Werk auf dem Sektor das wahre Fan-Gefühl vermittelt. Dies geschieht nicht nur dadurch, dass auf jeder Doppelseite mindestens ein solcher mit eigenen Star Trek – Erinnerungen zu Wort kommen darf. Nein, man merkt dem Buch an, dass es den Autoren darum ging, eine persönliche Beziehung zum Star-Trek-Universum mit der den Fans eigenen Neugier nach Blicken hinter die Kulissen verwachsen zu lassen. So stellt das Buch weniger ein reines Sachbuch mit Fakten, Fakten, Fakten dar, sondern liest sich eher wie eine Biographie, bei der die Autoren ein freundschaftliches Gespräch mit der Person geführt haben, um die es gehen sollte, und dieses dann in einer angenehm zu lesenden Form aufarbeiten. Diese folgt zwar grob einer chronologischen (!) Reihenfolge, ohne aber eben den Fehler mancher derartiger Arbeiten zu wiederholen, sich wie ein langweiliges Geschichtsreferat anzuhören („Im Jahre 1959 heiratete er seine große Liebe von der Highschool, 1960 kam seine erste Tochter zur Welt, 1961 veröffentlichte er seinen vom Publikum am meisten geschätzten Roman, 1962 zog seine Familie nach Connecticut, 1963 starb der Goldhamster der Kinder, der erst 1965 durch zwei Meerschweinchen ersetzt wurde…“).

Was hat nun dieses Buch im Hill Valley Blog zu suchen, das sich mit allem irgendwie mit der ZidZ-Trilogie verbundenen Themen beschäftigt? Hier muss man gar nicht erst auf die im Star Trek – Universum zahlreich stattfindenden Zeitreisen verweisen (einer meiner Favoriten ist hier eindeutig „Gefahr aus dem 19. Jahrhundert“, wo „Tom Sawyer“- und „Huckleberry Finn“-Erfinder Mark Twain alias Samuel Clemens auftritt). Sympathisch wird Zurück in die Zukunft – Fans das Buch bestimmt auch aus einem anderen Grund sein, zitieren doch die Autoren in ihrer Einleitung Doc Brown und beweisen damit einmal mehr, wie sehr auch die ZidZ-Trilogie Teil der Popkultur geworden ist:

Thomas: Wusstet ihr schon, dass „Perry Rhodan“ und „Star Trek“ am gleichen Tag Geburtstag feiern (…)? Wie meinte doch Doc Brown in „Zurück in die Zukunft II“: „Das kann nur bedeuten, dass diese Zeit von Natur aus eine kosmische Signifikanz in sich birgt. Es ist beinahe so, als wäre sie der temporale Knotenpunkt für das gesamte Raum-Zeitkontinuum.“

Mike: Ich erinnere mich. Dann fügte er aber hinzu: „Doch andererseits kann das auch nur ein dummer Zufall sein.“

Thomas: Solche Zitate hätte ich am liebsten vor jedem Kapitel.

(Seite 15 f.)

Neuerscheinung: „Zeitmaschinen“ von F.Blask und A.Windhorst

In der neuesten Ausgabe der Zeitschrift „Sagenhafte Zeiten“ (Nr. 4/2006), die ich heute in der Post hatte, findet sich die kurze Vorstellung einer für Zeitreise-Interessierte empfehlenswerten Neuerscheinung:

Zeitmaschinen-BuchFalko Blask/Ariane Windhorst: Zeitmaschinen. Mythos und Technologie eines Menschheitstraums. Atmosphären Verlag, München 2005. ISBN 3-86533-020-7

Aus der Buchbesprechung von Tankred Jeker:
In diesem Buch schildern die Autoren ein Panoptikum aus Zeitreiseentwürfen in Kunst, Literatur und Mythologie sowie aus den neusten Forschungsergebnissen der Physik. Windhorst und Blask sprachen mit Wissenschaftlern und Erfindern, mit Spinnern und Genies und kommen am Ende ihrer Recherche zu der Erkenntnis: „Zeitreisen sind möglich – aber verdammt gefährlich!“ (…) Im letzten Teil wird es dann ganz konkret: die Technologie von Zeitmaschinen wird vorgestellt, das heißt Modell, Theorien und Prototypen – bis hin zu Patenten und Versandhandel.