Das Schicksal hat oft einen seltsamen Sinn für Humor: Einige Jahrzehnte nachdem die von Christopher Lloyd verkörperte Filmfigur des „Doc Brown“ sein Haus in einem Feuer verloren hat, was auch die berühmte Schlagzeile des „Hill Valley Telegraph“ zu Beginn des ersten Films zeigt, ist dieses unglückliche Ereignis auch der Realperson widerfahren. Christopher Lloyds Hauptwohnsitz in Montecito, Kalifornien, wurde dieser Tage Opfer der verheerenden Brände in diesem US-Bundesstaat und ist nicht mehr zu retten. Glück im Unglück, dass zumindest dabei keine Personen (oder gar der Besitzer selbst) zu Schaden gekommen sind. Ein kurzer Bericht inkl. Interview mit dem sichtlich am Boden zerstörten Christopher Lloyd findet sich unter diesem Link bei ABC News.
Archiv des Monats: November 2008
Update: DAS Buch. Lesen!
Nicht ganz umsonst überschreibt ein Rezensent seinen Kommentar zu Constantin Gillies „Extraleben“ mit „Zurück in die Zukunft“ (wieder einmal was für die Schublade „Kreative Überschriften“, aber naja…) – hier ist das Buch für die Generation, die den Spruch „God Save the Queen Komma Acht Komma Eins“ noch versteht und sich darüber schlapplachen kann (zusätzlich verstärkt durch die herrlich ratlosen Blicke eventueller Umstehender). Eine absolute Leseempfehlung auch für alle, die
- bei „Raid Over Moscow“ tatsächlich auch mal aus dem Hangar gekommen sind
- dreistimmige SID-Musik jedem „klassischen“ Konzert vorziehen (es sei denn, das Orchester spielt Hülsbeck oder Hubbard)
- seit „War Games“ kein Tic Tac Toe mehr spielen („the only winning move is not to play“)
- wissen, wofür SYS 64738 gut ist und auch problemlos andere Hex-Dez-Umwandlungen wie $C000->49152 im Schlaf herunterbeten können
- ihre ganz eigene Theorie haben, warum der VIC-20 in Deutschland zum „Volks-Computer“ VC-20 wurde (Tipp: man spreche den ursprünglichen Namen als deutsches Wort aus und frage sich, ob Commodore mit dieser Assoziation hätte leben können)
…mit anderen Worten, Nerds wie uns.
Klickt hier drauf für die offizielle Seite zum Buch inkl. Leseproben. Das erste Kapitel dieses Buches gibt es außerdem auf der CD zum „Retro“-Magazin Nr. 8 in einer von Chris Hülsbeck (!!!) gelesenen Hörfassung.
UPDATE: Die Hörprobe gibt es hier zum Herunterladen.
Mittlerweile ist die Fortsetzung „Der Bug“ erschienen, die ich zwar schon hier liegen habe, aber wegen Arbeitsbelastung noch nicht lesen konnte. In der Zwischenzeit könnt ihr euch bei Oli schon ‚mal eine Rezension zu Gemüte führen.
Die Zeitung von nächstem Jahr
Guantanamo geschlossen, US-Soldaten aus dem Irak abgezogen und George „Dubya“ Bush wegen Hochverrats angeklagt? In monatelanger Arbeit haben „The Yes Men“, die Autoren einer fiktiven Ausgabe der „New York Times“ vom 4. Juli 2009, die vom Original praktisch nicht zu unterscheiden ist und in traditionell gedruckter Fassung unters Volk gebracht wurde, ihre Vision eines neuen Amerika unter der Obama-Regierung und überhaupt einer besseren Welt (OK, manchmal übertreiben sie ein bisschen) zusammengeschrieben. Die Zeitungen gehen derzeit bei eBay zu Preisen zwischen (umgerechnet) 30 und 40 Euro weg – glücklich diejenigen Interessenten, die am 12. November in den Staaten waren und eines der 1,2 Millionen (!!!) kostenlosen Exemplare in die Hand gedrückt bekommen haben.
R.I.P. Michael Crichton 1942-2008
Am bekanntesten war der Autor von gut recherchierten, provokanten Wissenschafts-Thrillern mit gelegentlichem Sci-Fi-Einschlag mit dem Dino-Epos „Jurassic Park“ geworden, dessen deutsche Fassung unter dem Titel „Dino Park“ erschien und die, wie ich mich aus meiner Schulzeit erinnere, in der Stadtbücherei eine lange Vorbestellungs-Liste hatte. Ich habe schon damals festgestellt, dass sich das Ganze wie ein Filmskript für Spielberg liest, und behielt Recht. Aber auch als Regisseur seiner eigenen Stories tat sich der Autor in seiner früheren Phase hervor; Sci-Fi-Fans ist hier vor allem „Westworld“ mit dem nicht minder legendären Yul Brynner als Vorläufer des „Terminator“ ein Begriff – ein Film, der einige Thematiken der „Jurassic Park“-Serie (und, interessanterweise, auch der bei Star-Trek-Autoren so beliebten Holodeck-Fehlfunktionen) vorwegnahm, denn auch hier ging es um einen außer Kontrolle geratenen, potentiell tödlichen Vergnügungspark. Zeitreise-Fans ist er auch durch seinen semi-historischen Roman „Timeline“, der größtenteils im mittelalterlichen Frankreich spielt, ein Begriff. Dieser wurde 2003 von Regielegende Richard Donner mit Gerald „Phantom der Oper“ Butler verfilmt, die wie üblich an einigen Stellen veränderte Filmfassung blieb aber hinter den Erwartungen zurück (eine interessante Fußnote hierzu: Der komplette Soundtrack von Jerry Goldsmith wurde durch einen von Brian Tyler ersetzt, die ursprüngliche Fassung ist aber ebenfalls auf CD erhältlich).
Der in Chicago geborene Michael Crichton, der 1969 seinen medizinischen Doktortitel von der Harvard-Universität erhalten hatte, erlag am 4. November 2008 im Alter von 66 Jahren einem Krebsleiden. Nachrufe kann man unter anderem beim Spiegel, der Zeit und der FAZ online lesen.