Verfilmt Zemeckis „Replay“?

Es sah wie der durchschnittliche „Filmnostalgie“-Post bei den Fünf Filmfreunden aus – aber dann hat’s mich doch umgeworfen: Am Ende eines „Poster und Trailer der Freude“-Artikels zum Thema ZidZ erwähnt man so nebenbei eine Info von horror-movies.ca / nymag.com, die besagt, dass der Zeitreise-erfahrene Robert Zemeckis möglicherweise mein absolutes Lieblingsbuch auf dem Sektor „Zeitreisen & alternative Realitäten“ verfilmen wird (ein fertiges Drehbuch kursiert offenbar schon seit langem) – „Replay“ von Ken Grimwood. Ohbittebittebitte…
Bereits im Oktober 2010 wurde spekuliert, dass Ben Affleck die Hauptrolle in einer von Warner Bros. geplanten Verfilmung (auch bei der Zemeckis-Meldung ist von Warner Bros. die Rede) übernehmen soll. Könnte ich mir sogar vorstellen… aber nachdem er offenbar nicht mehr Regie führen „darf“ (das war wohl damals auch im Gespräch) weiß ich nicht, ob er noch als Hauptdarsteller im Rennen ist. Brad Pitt und Julia Roberts sind aber wohl nicht mehr dabei….

UPDATE: Leider sieht es im Moment so aus, als hätte sich Zemeckis schon wieder einem anderen Projekt zugewandt – aber die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt…

Merlins Bart!

Merlin kennt jeder – und Richard Löwenherz wahrscheinlich auch (Robin Hoods angebliche Geschichte ist ja nun auch schon ein paarmal verfilmt worden). Da müsste doch was zu machen sein, dachte sich offenbar der ZYX-Hörbuchverlag (genau, ein Ableger des bekannten Musiklabels) und engagierte Richard J. Lionheart, Ph.D. (Pseudonym oder nicht, das ist hier die Frage) für eine neue Serie über das Thema Zeitreisen, deren ersten Teil ich mir – dank der Vermittlung von BloggDeinBuch.de – als Rezensionsexemplar anhören durfte. Das Ganze macht richtig Spaß, was meiner Meinung nach nicht einmal so sehr der locker-flockigen, aber nicht ganz klischeefreien Schreibe des Autoren zu verdanken ist, sondern woran der offenbar hochmotivierte und talentierte Sprecher Jürgen Fritsche Hauptanteil hat. Er bringt nicht nur einen lebendigen Erzähler aufs Tapet, sondern verleiht auch den einzelnen Personen (allen voran dem fast etwas arg selbstbewussten Welt- und Zeitbürger Merlin) stimmlich Charakter – wenn er vielleicht kein Rufus Beck ist, es macht wirklich Freude, ihm zuzuhören. Weiterlesen

Ein Affe, der spricht

Nein, hier geht es (noch) nicht um den neuen „Planet der Affen“; vielmehr ist diese Bezeichnung das, was die Kgenmar in den Menschen sehen. Die Kgenmar sind reptil-humanoide Wesen, die – so behaupten sie es zumindest immer wieder – von ihrer Gottheit, dem Abwûn (Nominativ: das Abwûn, übrigens auch das aramäische „Vater Unser“), auf die Erde gesandt wurden, um den Planeten und mit ihm die Menschheit, die sich und ihn durch Kriege und Umweltverschmutzung an den Rand des Kollaps gebracht hat, zu retten. „Das Herz des Abwûn“, so der Titel des Debütromans von E.M. Jungmann, der eine weitere Entdeckung der epidu-Community darstellt, ist dabei zunächst die sprichwörtliche Schlangengrube: Mit grausamer Effizienz gehen die Kgenmar ihrer angeblichen Berufung nach, es gibt kaum ein menschliches „Fehl“-Verhalten, das nicht um irgendeine Ecke zur Todesstrafe führte, und die Menschen werden zwar nicht direkt versklavt, aber buchstäblich „an der kurzen Leine gehalten“ (die Haustiermetapher wird schmerzlicher offenkundig, als die Protagonistin beim Abendessen einen Bissen Brot zugeworfen bekommt und die Fleischreste von einem Knochen nagen darf, die ihr „Herr“ übrig gelassen hat). Der Leser begleitet die junge Ellen aus Dachnat-Kgenmar, die, wie es die Tradition verlangt, mit Einsetzen der Pubertät in die „Dienste“ der Besatzer zu treten hat, auf einer „Reise“ (vgl. Untertitel des Buches), die das Verhältnis zwischen Menschen und Kgenmar auf eine neue Ebene heben soll – unter anderem, indem sie zunächst widerwillig mit deren (zukünftigem) Anführer vermählt wird…
Die Autorin schafft hier erfolgreich eine neue Welt mit einer eigenen Sprache und Religion und fesselt den Leser durchaus mit einem gerüttelten Maß an Innovation, obwohl es natürlich mit jedem erscheinenden Fantasyroman schwieriger wird, nicht irgendwelche Anklänge an andere bekannte Werke zu wecken. So war meine erste Assoziation bei den die Menschen auf ihrem eigenen Planeten zur zweitklassigen Lebensform werden lassenden Kgenmar die Situation, die John Christopher in der bekannten Trilogie um die „Dreibeinigen Herrscher“ beschreibt (die ihrerseits bekanntlich im Design an H.G. Wells‘ Marsianer-Tripoden aus „Krieg der Welten“ erinnern). Andere Passagen ließen mich an Frank Herberts „Wüstenplaneten“ denken, insbesondere wenn die Autorin (im Glossar immerhin vorbildlich erklärte und in sich schlüssige) religiöse Vorstellungen der Kgenmar einfließen ließ; ich hätte mich zeitweise kaum gewundert, auch noch irgendwo den Begriff „Kwisatz Haderach“ zu lesen…
Womit ich leider eher Schwierigkeiten hatte, war die Behandlung eben jener religiös-mystischen Gründe für die Besatzung der Erde durch die Kgenmar und der daraus resultierenden Philosophie. Weiterlesen

Guðjón Ólafssons Zeitreise als Laborratte

Das „Sagenhafte Island“ ist dieses Jahr Ehrengast der Frankfurter Buchmesse; in diesem Zusammenhang hatte blogg-dein-buch.de in letzter Zeit überdurchschnittlich viele isländische Werke im Angebot der zu rezensierenden Bücher. Eines davon hat mich – wie auch bei der letzten Runde – wegen des Themas „Zeitreise“ natürlich besonders angesprochen; ich durfte inzwischen tatsächlich ein Rezensionsexemplar des Romans mit dem oben genannten Titel genauer unter die Lupe nehmen.
Hermann Stefánsson – von dem ich, nachdem ich im Gegensatz z.B. zu meiner Schwägerin, (noch) keinen speziellen Draht zu Island habe, ehrlich gesagt noch nichts gehört oder gelesen hatte – hat mit dem Roman Guðjón Ólafssons Zeitreise als Laborratte 2008 offenbar bereits das dritte Buch herausgebracht, das von den Protagonisten Guðjón Ólafsson und Helena erzählt. In diesem Roman hat Guðjón nach einem Unfall – oder war es ein Überfall? – sein Gedächtnis und zunächst auch seine Sprachfähigkeit verloren. Nach und nach muss er sich sein Leben wieder erschließen. Seine Freundin Helena, in deren Perspektive regelmäßig gewechselt wird, kommt mit alledem nicht klar und zieht sich in ihrem Job als Übersetzerin aufs Land zurück wo eine krimiartige Nebenhandlung eröffnet wird, die sich erst um einiges später wieder etwas unmittelbarer mit Guðjóns Erzählfaden verknüpft. Er dagegen wird Teil (oder ist er es bereits geworden? Raum- und Zeitverwirrung greifen hier sehr leicht auf den Leser über…) eines bizarren Experiments, verbunden u.a. mit der umstrittenen Urknall-Forschung im Schweizer CERN-Labor, das schon einmal für einen Zeitreise- oder vielmehr „-Stillstand“-Roman („42“ von Thomas Lehr) herhalten musste. Er erlebt dabei Visionen bzw. Erfahrungen und Erinnerungen aus Sicht von geschichtlichen Personen… bis in die Zeit Jesu Christi! Weiterlesen

Terra Hape

Besonders gefallen an der Meldung, dass Hape Kerkeling die neue 6-teilige „Terra X“-Reihe mit dem Untertitel „Unterwegs in der Weltgeschichte“ übernehmen wird, hat mir natürlich auch die durch den Essayisten angestellte Querverbindung zur klassischen Zeitreise-Serie „Time Tunnel“… Ich rechne ja nun nicht direkt damit, dass die ZDF-Dokumentarfilmer Hape tatsächlich in eine Zeitmaschine steigen lassen (und unter dem Begriff „Teleportation“, der dort verwendet wird, versteht man normalerweise auch etwas anderes), wenn er das nächste Mal „Ich bin dann mal weg!“ ruft. Aber ich kann ihn mir mit seiner Begeisterungsfähigkeit und Authentizität gut als „Reiseführer“ – so wiederum der Pressetext –  bzw. Identifikationsfigur der Zuschauer bei einem solchen Trip in die Weltgeschichte vorstellen. In gewisser Weise übernimmt er damit die Rolle von Michael J. Fox als Marty McFly in „Zurück in die Zukunft“, dessen Rolle ja auch zuallererst darin bestand, sozusagen stellvertretend für den außenstehenden (Kino-)Zuschauer zu staunen und auf all die fremden Eindrücke, die den Zeitreisenden überfallen, zu reagieren…

Ausstrahlungstermine:
Ab 23. Oktober 2011, jeweils sonntags, 19.30 Uhr, im ZDF
Ab 24. Oktober 2011, montags und dienstags, 20.15 Uhr, in ZDFneo

Titel/Themen:
1. Der große Aufbruch
2. Ewiges Rom
3. Abenteuer Mittelalter
4. Entdecker und Eroberer
5. Weltreiche und Revolutionen
6. Kriege und Supermächte

P.S.: Buch und CD sind bereits vorbestellbar – achtet dabei mal auf die Titelbilder: Bei der CD schlüpft nämlich Hape Kerkeling in die Rollen der auf dem Buch abgebildeten „originalen“ historischen Gestalten! Wenn ich das richtig sehe, soll es wohl auch in der TV-Serie ein paar Gelegenheiten für seine Liebe zur Verkleidung geben…

Jeder Tag endet mit dem Tod

Um eines gleich vorwegzuschicken: So eine Geschichte ist schon oft erzählt worden – als Kurzgeschichte, als Komödie, als High-Tech-Krimi… und doch: So sehr hineingezogen hat mich lange keine mehr – vermutlich auch deswegen, weil die Form des 90-Minuten-Films, der Kurzgeschichte oder der TV-Miniserie das einfach nicht zulassen und nur ein ordentlicher, altmodischer Roman das kann. Und wenn er dafür schon im Taschenbuchformat über 400 Seiten braucht, die man trotz einer berufsbedingt ankonditionierten Abneigung gegen allzu „dicke Wälzer“ nicht mehr aus der Hand legen kann, dann ist das ein verdammt gelungener Roman. Ich rede von „Jeder Tag endet mit dem Tod“ von Michael Schröder, einer Entdeckung der „Community“ des EPIDU-Verlags, den ich mir zunächst mit dem Stempel „‚…und täglich grüßt das Murmeltier‘ als Krimi“ im Kopf und daher „nur“ einer durch mein Blog-Fachgebiet begründeten Neugier habe schicken lassen, der es aber rückblickend ganz eindeutig verdient hat, sich ein eigenes und umfassenderes Bild zu machen. Regelmäßige Leser wissen natürlich, dass ich die Art von Geschichte (Zeitreisen / Zeitschleifen) sehr gerne mag, weswegen ich immer wieder aufs Neue gespannt bin, wie sich andere, neue Figuren in der mir sehr vertrauten Situation verhalten werden, in die ich mich auch schon öfters selbst hineingedacht habe. Mithin bin ich nicht vorurteilsfrei und Teile dieser „Vorurteile“ sind durchaus von gewissem Wohlwollen geprägt; man möge diese Rezension also keineswegs als den Versuch ansehen, ein gänzlich objektives Urteil abzugeben – was aber wohl auch nicht notwendigerweise die Absicht einer solchen ist… Aber Moment: Zeitsprung an den Anfang.
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Lieblingsliteratur, Teil X

Neulich habe ich eine meiner Lieblings-Kurzgeschichten zum Thema Zeitreisen wiederentdeckt, die jahrelang nur als Fragment in meinem Kopf herumspukte. Das Prinzip ist ebenso einfach und offensichtlich wie – auch wenn das Wortspiel nicht bis in die letzte Konsequenz durchgezogen wird (SPOILER – ZUM LESEN MIT DER MAUS MARKIEREN: da müsste man ja auch die Wörter rückwärts schreiben) – irgendwie doch genial. Klickt hier, um das englische Original „The End“ von Fredric Brown zu lesen (eine deutsche Fassung erschien u.a. – ausgerechnet! – in der „Zeit“) – und euch zu fragen, ob der gute Mann vielleicht irgendwie mit Doc Brown verwandt ist 😎

GEOcompact: Das Rätsel Zeit

Wie kaum eine andere Größe bestimmt die Zeit das Leben der Menschen. Schon früh haben Menschen erkannt, dass äußere Rhythmen – Tag und Nacht, Mondzyklen und Jahresverläufe – das Dasein beherrschen. Sie haben Kalender erfunden, um sich auf die Bedingungen einzustellen, und Uhren, um die Tage immer feiner zu unterteilen – in Stunden, Minuten, Sekunden.
Physiker haben zudem herausgefunden, dass die Zeit unterschiedlich schnell vergehen kann, dass sie etwa in der Nähe großer Himmelskörper langsamer verstreicht. Letztlich aber können sie das Phänomen Zeit nicht erklären. Dennoch: Ohne sie gäbe es uns und die Welt gar nicht. Nichts könnte sich entwickeln, nichts sich verändern. Eine Welt ohne Zeit gliche einem eingefrorenen dreidimensionalen Bild.
GEOkompakt „Das Rätsel Zeit“ erscheint am 8. Juni 2011, umfasst 156 Seiten und kostet 8,50 Euro (für 15,95 auch mit der DVD „Unsichtbare Welten“ mit High-Speed-Filmaufnahmen erhältlich).

(gekürzte Pressemitteilung)

Die Zukunft, die es nie gab – Reloaded

Im Rahmen der BluRay-Veröffentlichungen der Trilogie schreiben derzeit auch andere (Blogger-)Kollegen im Netz überdurchschnittlich viel über ZidZ. Schnittberichte.com hat beispielsweise das Bonusmaterial mit der Atomtest-Sequenz (ihr wisst schon, die Sache mit dem Kühlschrank) sowie – wieder einmal – die Geschichte um Eric Stoltz zum Anlass genommen, zu recherchieren, wie unser aller Lieblingsfilm auch noch hätte aussehen können. Regelmäßige Leser von HillValley.de werden sich daran erinnern, dass dort schon seit Längerem eine „offizielle“ Übersetzung des Artikels „Die Zukunft, die es nie gab“ von Kristen Sheley (Autorin der „Partners in Time“-Buchserie, ebenfalls schwer von ZidZ inspiriert) zu lesen ist, der sich ebenfalls mit früheren Drehbuchentwürfen beschäftigt…